Artist to watch: Simon Mullan

27.06.2016, Kultur Kunst Mode
 
 
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Simon Mullan, in Kiel geboren, in Österreich aufgewachsen, gehört zu den aufkommenden, deutschen Namen in der zeitgenössischen Kunstszene. In seiner Kunst zeichnen sich gegenwartsbezogene  Schnittstellen von Mode, Architektur und Design ab. 

Als kleiner Junge wollte Simon Mullan immer Fliesenleger werden. Der unerfüllte Kindheitstraum findet in seinen Objekten weiterhin Ausdruck, handelt es sich dabei doch um tatsächliche Fliesen in einigen seiner Werke.

Neben diesem Narrativ,  welches bereits eine Faszination geometrischer Formen andeutet, verarbeitet der in Stockholm und Wien studierte Künstler auch Ideen zu Farb-und Raumtheorie in seiner Kunst. Wie schon Hito Steyerl widmet auch er sich der mythischen Anekdote um Theodor W. Adorno, Philosoph der Frankfurter Schule. Dieser habe laut der Geschichte nur umgeben von einer spezifischen Grautönung unterrichtet, denn dieser wurde eine Steigerung der Konzentration zugesprochen. Adorno war nicht der einzige, der sich mit dieser Idee beschäftigte, die Liste reicht von Johann Wolfgang von Goethe bis hin zu Yves Klein.  Auch Simon Mullans Arbeiten wurden in der Galerie Nathalie Halgand in Wien von grauen Wänden gesäumt. Die Frage nach der tatsächlichen Wirkung bleibt offen: der Künstler konzentriert sich bei der Inszenierung vornehmlich auf das visuelle Mittel der Farbe.

Mehr gegenwartsbezogene Inhalte illustrieren sich in den Arbeiten mit und zu Bomberjacken. Das mittlerweile im modischen Mainstream angekommene Kleidungsstück, ursprünglich aus einem Kontext politischer und sozialer Symbolik, ist ein Leitmotiv in zwei seiner Arbeiten. Als Funktionsjacke aus dem zweiten Weltkrieg in Flaschen- oder Olivgrün wird die Bomberjacke als klassisch maskulines Kleidungsstück kategorisiert. Aus zusammengenähten Stücken der Bomberjacken, dekonstriert und als Patchwork, entsteht ein neuer Kontext um das Bekleidungsstück.

Interaktiv und direkt spielt die Bomberjacke auch als Symbol seiner Arbeiten im Austausch mit Galeristen und Ausstellungsbesuchern eine entscheidende Rolle. Drei Jacken sollen als temporäre Leihgaben von diesen  auf Kunstevents zur Schau getragen werden. Sofern der Träger mit den Arbeiten des Künstlers nicht mehr einverstanden ist, soll dieser das Tragen der Jacke beenden.

In der Galerie Nathalie Hagland in Wien war bis zum 18. Juni eine Soloausstellung des Künstlers zu sehen.

Bilder via Nathalie Hagland 

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