Fotografie: Nobuyoshi Araki in Paris

15.06.2016, Events Kultur Kunst Reise
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Zarte Haut gefesselt von rohen Fasern eines Seils – Kinbaku –auf japanisch Fesselspiel, gehört zu den bekanntesten Bildsujets der Fotografien des zeitgenössischen Künstlers Nobuyoshi Araki. Das Pariser Museum Guimet widmet dem japanischen Fotografen aktuell eine Retrospektive.

Seine internationale Berühmtheit hat Nobuyoshi Araki unweigerlich seinen kontroversen Motiven zu verdanken. Fetisch, Fragilität, Sex und Vanitas-Symbole: Seine Fotografien inszenieren, getaucht in eine nostalgische Schwarzweiß-Ästhetik, Tabu-Themen der (japanischen) Gesellschaft. Arakis Bildsprache spielt mit Gegensätzen und psychoanalytischer Thematik. So erinnern seine Blumenfotografien an eine Metapher für das weibliche Geschlecht. Simultan fügen sich  Abbilder organischer Strukturen wie der Formverlauf eines Baumes zu seinen Bondage-Fotografien. In „Winter Journey“ begleitete er den Tod seiner Frau. Der Tod als unumgänglicher Gast scheint atmosphärisch mit der schwermütigen Melancholie der Porträts Arakis einherzugehen. Die Bildthemen Eros und Tod wirken einerseits konträr und doch so nah beieinander. Nobuyoshi Araki selbst scheint in seinen Werken alles Instinktive und Triebhafte zu vereinen: von lebenserhaltenden sowie lebensscheidenden Thematiken, namentlich Sex und Tod. Die Lust und das Verlangen gepaart mit einer melancholischen Schwermut, vielleicht sogar das Gefühl lebensmüde zu sein, kreiert eine außergewöhnliche Stimmung in seinen Aufnahmen. Die konservative Höflichkeitskultur Japans skandalisiert seine Fotografien weitgehend. Auch abseits des fernöstlichen Kulturkreises gibt es diese Interpretationen. Pornografie statt Kunst muss Akari sich häufig zum Vorwurf machen.

Als ästhetische Reminiszenz an seine Fotografien präsentiert das Pariser Museum Guimet sein Oeuvre aktuell. In der Mitte der Ausstellung befindet sich das Studio von Akari. Als Gegenüberstellung mit der Kollektion des Musée Guimet begegnen sich hier traditionelle japanische Kunst neu interpretiert mit Akaris Handschrift.

Bis zum 5. September 2016 ist die Ausstellung in den Räumlichkeiten des asiatischen Kunstmuseums Guimet, welches die größte Sammlung an asiatischer Kunst außerhalb von Asien beherbergt, zu sehen.

Bild 1: 67 Retour arrière (67 Shooting Back) 2007/2008, © Nobuyoshi Araki/ Courtesy Taka Ishii Gallery
Bild 2: Fête des anges: scène de sexe (Feast of Angels: Sex Scences) 1992, © Nobuyoshi Araki/ Courtesy Taka Ishii Gallery

Bild 3: Past Tense-Future 1979-2011/2012, © Nobuyoshi Araki /Courtesy Taka Ishii Gallery

Ishii Gallery Bilder via Musée Guimet

Beitrag: Samira Ghoualmia

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