Optische Täuschung

29.10.2016, Accessoires
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Mykita und Maison Margiela schauen zusammen in die Zukunft und sehen ein Duett aus Individualität und Ungewöhnlichkeit.

Eine Brille, die von Gewohnheiten Abstand nimmt und das Auge auf die Probe stellt. Wie ein Prisma, das den geschulten Blick bricht. Rein optisch – besonders jedoch, wenn sich das Auge darauf einlässt. Plötzlich sieht man nicht mehr die Welt, die den Erwartungen entspricht. Das Gesehene zerspringt in tausend Teile und wirft Fragen auf.

Wie viel Glaube können wir dem Auge überhaupt schenken? Ist nicht alles, was man sieht, irgendwo subjektiv? Im Grunde schaut man doch immer durch dieselbe Brille, im übertragenen Sinn, mit der man täglich Geschehnisse wahrnimmt. Vielleicht entpuppt sich diese Auseinandersetzung als ein Blick in die Zukunft. Vielleicht bringt sie eine andere Herangehensweise an das Erwartete mit sich. In jedem Falle ist diese Brille ein Gegenstand, der genauso wie unser Auge alles Gewöhnliche auf die Schippe nimmt, der mit den Möglichkeiten der Optik spielt.

John Galliano, der Kreativdirektor von Maison Margiela, entwarf für seinen Brillen-Kooperationspartner Mykita ein Modell, das fernab von allen Normen liegt. Kristallklar. Diamantenähnlich. Futuristisch, gleichzeitig aber eine Projektion der Gegenwart. Klar, das Brillenmodell ist gewagt. Vielleicht nichts für den Alltag, vielleicht aber auch gerade doch. Manchmal ist das Ungewöhnliche doch gar nicht so abwegig, wenn wir uns nur darauf einlassen. Eben eine, zur Realität gewordene, Fantasiewelt. Man muss sie nur sehen – und eintauchen.

Text: Louisa Markus
Bild: Yannis Vlamos

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