Einfach einfach

15.11.2016, Mode
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Stylistin Nobuko Tannawa, die zuletzt in Zusammenarbeit mit Fotografin Sarah Dobai die Strecke Im Büro in der aktuellen Ausgabe 5 der Numéro Homme Berlin stylte, ist für ihre Arbeit mit namenhaften High Fashion Marken wie Maison Margiela oder Céline bekannt. Nobuko Tannawa ist aber auch für das Styling der Lookbooks eines neuen Talentes aus ihrem Nachbarland Korea verantwortlich: Eudon Choi.

Wenn man zwischen all dem Wirrwarr der Fashion Weeks endlich zur Show von Eudon Choi vorgedrungen ist, scheint sein künstlerischer Raum wie ein Ruhepol in der sonst so bunten Modewelt. Die klassischen Schnittmuster von Reversmänteln, Blazern oder Bügelfaltenhosen treffen auf sanfte Farben und lassen die Handwerkskunst für sich sprechen.

Eudon Choi studierte schon Menswear-Design in Seoul, bevor er sich zu einem Womenswear-Master am Londoner Royal College of Arts entchloss. Er verfeinerte seine Handschrift als Senior Designer bei Allsaints und Twenty8Twelve und gründete 2009 sein gleichnamiges Label.

Obwohl er die Seite gewechselt hat und sein Können jetzt für die Frau interpretiert, bleibt er seiner Herkunft treu: Kleidungsstücke, die ihre Inspiration in der Männerbekleidung suchen, und gerade deshalb so einfach wie revolutionär sind, zeichnen sich durch cleane und geradlinige Schnitte aus. Er schafft einen nahtlosen Übergang zwischen Tradition, die im Gegensatz zur Damenbekleidung in der Männermode noch präsenter ist, und Neuinterpretation, die das Altbewährte aufgreift. Asymmetrische Hemden und körperferne Kleider sorgen für eine von Männern oft eingeforderte Bewegungsfreiheit und richten den Blick auf Details wie Raffungen und riesige Knöpfe. Eudon Choi setzt die Begriffe feminin und maskulin in einen Kontext und erzeugt – aus Interesse auf der einen und Können auf der anderen Seite – eine besondere Tiefe.

Gegenstand seiner Kollektionen kann eine Hommage an die längst verstorbene und nie richtig gewürdigte Künstlerin Francesca Woodman sein, oder das Spiel mit der Abstraktion. Diese tiefgreifenden Inspirationen mag man nicht auf den ersten Blick aus seinen Entwürfen lesen, doch dem Zufall überlässt Choi nichts. Wenn Prints zwischen seinen sonst so farblosen Kleidungsstücken auftauchen, haben sie stets eine Daseinsberechtigung. Wie die gepunkteten Kleider, die Francesca einst so gerne trug und welche jetzt als Detail der Würdigung auftauchen.

Bilder: PR
Text: Louisa Markus

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