Eine kleine Kaki-Kunde

26.12.2016, Food
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Was hinter dieser immer präsenteren Frucht steckt.

10,5 kg Bananen isst jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. Das sind immerhin 92 Stück. Wenn man nicht wüsste, dass die meisten davon aus Ecuador, Kolumbien oder Costa Rica zu uns kommen, würde man wohl meinen, Bananenbäume gehörten in Deutschland zum Grundbestand eines jeden Schrebergartens. Schält man sich in der Bahn oder auf dem Weg zur Arbeit eine Banane, kann man sicher sein, dass einen deshalb niemand schief anguckt.

Mit der Kaki kann es einem allerdings anders ergehen. Die Frage „Was isst du da?“ gepaart mit einem fragenden, neugierigen oder in manchen Fällen leicht angeekelten Blick auf das orangefarbene, kugelrunde Stück Obst in der Hand, wird einem von Oktober bis März regelmäßig gestellt.

Ein paar der Kaki-Nichtkenner stellen direkt fest, dass die Kaki aussieht wie eine Tomate und finden, nachdem sie ein Stück probiert haben, sie schmecke wie eine Birne. Tatsächlich haben Kakis einen einzigartigen Geschmack – und sind sehr gesund. Sie gehört zu den ältesten Kulturpflanzen und wird in China bereits seit über 2000 Jahren angebaut. Ihr Gattungsname „Diospyros“ bedeutet Götterfrucht. Entweder man beißt genüsslich direkt in die Frucht hinein, wie in einen Apfel, oder man schneidet daraus Schnitze. Der Stiel wird in jedem Fall nicht mitgegessen, die Schale kann aber mit verzehrt werden. Wer es lieber weicher mag, sollte die Kaki trotzdem schälen. Die Frucht enthält reichlich Ballaststoffe, Eisen, Phosphor und Kalium sowie Vitamin A, B und C. Will man sich nicht mit der Birnen-Beschreibung zufrieden geben, könnte man sagen, die Kaki schmecke gleichzeitig knackig und vanillig-süß und verbinde sommerliche Frische mit winterlich-wohliger Süße. Eben wie eine Götterfrucht.

Die der Kaki nah verwandte Sharonfrucht stammt ursprünglich aus Israel und ist von Oktober bis März im Supermarkt erhältlich. Sie sieht aus wie die Kaki und unterscheidet sich nur durch die etwas dünnere Schale und den leicht milderen Geschmack. Laut Verbraucherauskunft wird die Kakifrucht ganzjährig nach Deutschland importiert. Erfahrungsgemäß ist sie aber nur in den Wintermonaten durchgängig und in fast allen Lebensmittelläden zu kaufen. Sie wird heute immer noch am häufigsten in Asien angebaut, aber auch in Brasilien, Israel, Kalifornien und Italien. Dort wächst sie an bis zu 10 Meter hohen Bäumen, die zur Gattung der Ebenholzbäume gehören.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, der sollte die Kaki morgens im Porridge (wie im Rezept hier), als Topping auf dem Joghurt oder als Farbtupfer im Rote Beete-Salat probieren.

 

Fotos: Eat this