Einmal Stammtisch bitte: Das Einstein Unter den Linden

22.01.2017, Food
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Im letzten Jahr feierte das Café Einstein Unter den Linden seinen 20. Geburtstag. Warum das Konzept „Zeitlosigkeit“ so perfekt funktioniert. Eine Hommage.

Ein Treffpunkt, an dem Prominenz aus Kunst und Kultur genauso genüsslich ein Schnitzel verspeist, wie Star-Politiker und Ur-Berliner. Journalisten mit qualmenden Köpfen diskutieren heiße Themen, neben Touristen, die gerade von einer Besichtung des Brandenburger Tors kommen. Wo das tägliche Morgenjournal neben dem Reiseführer oder einer ausgeschnittenen Abbildung eines Wiener Apfelstrudels liegt. Wo gibt es so etwas, oder besser: Wie kann das funktionieren und seit so langer Zeit mit so viel Stil? „Man sitzt dort halt wie in Paris im Café de Flore. Preise dementsprechend. Essen aber mindestens genauso gut. Also ziemlich gut! Besonders die Ente“, fasst es Autor Joachim Bessing recht gut zusammen.

1996 eröffnete das 250 Quadratmeter große Café Einstein unter den Linden in der goldenen Mitte der Kreuzung zwischen Brandenburger Tor, Regierungsviertel und Einkaufsmeile und zählt heute zu einem der berühmtesten Kaffeehäuser in Deutschland. Unter den Gästen des Restaurants gibt es immer wieder reichlich Prominenz – von Angela Merkel, die vor ihrer Kanzleramtszeit Stammgast war, Gerhard Schröder, Bill Clinton, Kriegsfotografin Christine Spengler bis hin zu Schauspielerin Reese Witherspoon, die bei ihrem damaligen Besuch davon absah, ihre Rechnung wie ein ganz normaler Gast zu bezahlen.

Als ein „Gesamtkunstwerk“ bezeichnet Einstein-Gründer Gerald Uhlig sein Kaffeehaus. Nebenan gibt es in einer kleinen Galerie wechselnde Werke internationaler Fotografen zu sehen. Vermutlich ziemlich schweren Herzens verkaufte Uhlig im letzten Jahr sein Meisterwerk an die Macher des „Grill Royal“. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erzählt der 63-Jährige von den hohen Mietpreisen und seiner schweren Krankheit, beides Gründe seiner Entscheidung. Die Wiener Kaffeehaustradition allerdings bleibt von dem Verkauf unberührt: bis zu 23 Varianten gibt es auf der Kaffeekarte weiterhin zu finden, bleiben werden auch das Wiener Schnitzel und der Apfelstrudel – übrigens die mit Abstand erfolgreichste Speise in dem Café , bis zu 6 Liter Vanillesoße gehen täglich an die Gäste raus. Österreichische Profiköche unterstützen jetzt das Traditionshaus. Ihr Fokus wird noch stärker auf der österreichischen Küche liegen, samt eines wöchentlich wechselndem „Plat du Jour“. Ein weiterer Fokus wird zudem das Abendgeschäft werden mit Speisen wie Backhendl mit Erdäpfelsalat, Wiener Saftgulasch und marinierter Tafelspitz mit Kürbiskernöl. Bereits umgesetzte Änderungen im Interior sind ebenfalls Teil der kleinen Modifizierungen, ohne dabei den ursprünglichen Charme des Hauses zu gefährden. In der Kunst werden Original-Fotografien von Robert Lebeck und Susanne Schapowalow, sowie Werken zeitgenössischer Künstler mehr Raum geschenkt.

Während der „Unter den Linden“-Boulevard leider immer stärker zu einem Opfer einer tristen Gentrifizierung wird, bleibt das Café Einstein seinen Werten treu. Welch ein Segen!

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