Interview: CÉCI

11.03.2019, Allgemein Kultur Kunst News
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Unsere heutige Welt ist gezeichnet von Fluxus und konstanten Reizen, die unsere Sinne vereinnahmen. Stress und Hektik sind Teil unseres zentralen Umgangs miteinander. Die dänische Musikerin CÉCI sammelt genau diese Momente. Ihre Musik ist eine Reflektion dieser ganz bestimmten Gefühlswelt, welche übersetzt wird in elektronische Töne, experimentelle Poesie und weggeführt von klassischer Melodik. Visuell verzerrt sie ihre Bildsprache und verwendet alienesque, futuristische Motive, die sich bewusst von einheitlicher Ästhetik abheben, indem sie mit dem hyperrealen Künstler Image von heute spielen. Nach ihrer Rückkehr aus Tokyo 2018 arbeitete die Künstlerin an ihrer neuen EP VORTEX, die in der letzten Woche erschienen ist. Numéro hat CÉCI in London getroffen, um die Künstlerin und die inspirierende junge Frau dahinter kennenzulernen, die diese einzigartigen Musik kreiert.

 

 

Was ist für dich Inspiration?

Grundsätzlich ist alles um mich herum, das was ich sehe, fühle und höre, von großer Inspiration. Ich habe sehr wache Sinne. Auch aus vergangenen Erfahrungen ziehe ich immer wieder wichtige Gefühle und Erinnerungen, die mich dazu inspirieren, kreativ zu sein. Es war oft und ist immer wieder ein Ventil für mich mit Traumata und unumgänglichen Widerständen im Jetzt umzugehen. Melancholie ist ein starkes Element mit dem ich in meiner Musik arbeite. Ich glaube, dass ich bis jetzt kein fröhliches Lied geschrieben habe. Diese Plattform zu haben, wo ich mich nicht verstellen muss, und ganz ehrlich meinen Gedanken und Gefühlen Raum schaffen kann, hält mich im Gleichgewicht. Spannend wird es dann, wenn meine Musik zu einem gewissen Grad auch universell, durch ihre Umsetzung und Präsentation, wird – Sie die Kraft hat, Emotionen und Gefühle eines jeden zu reflektieren, obwohl es ein Spiegel meiner ist.

Was stärkt dich?

Die Kontrolle zu übernehmen! Insbesondere über meine eigenen Gedanken. Ich musste lernen, mich nicht auf meine inneren Gefühle, wie Angst und Traurigkeit, zu sehr einzulassen. Genau hier hat die Musk mir helfen können. Was mich heute stärkt, ist die Fähigkeit, meine Gefühle zu wählen und mein Bewusstsein über ihre Stärke. Das Erschaffen und Erleben von Sound, reflektiert wie ich genau diese Kontrolle übernehme.

Warum wähltest du Musik als dein Medium?

Ich würde behaupten, dass Musik viel eher mich gewählt hat. Sound ist so mächtig. Ich komme aus einem sehr christlichen zuhause und war es schon immer gewohnt mit meiner Familie zu musizieren. Für mich gibt es nichts schöneres durch Musik zusammenzukommen – ein Miteinander zu erleben. Die vibrierende Intensität entsteht dann, wenn alle Zuhörer diesen Moment des Beisammenseins genießen, ganz gleich welche Art von Musik. Das ist absolut magisch.

Wie schreibst du deine Songs?

Ich verwende immer unterschiedliche Ansätze, je nachdem, was ich daraus machen möchte. Es sind vor allem Gefühle, die mich inspirieren, oder auch ein besonderer Klang. Es kann auch ein Ereignis sein, von dem ich erzählen möchte. Hier entwickelt sich der Sound dann um den Text herum und ich spiele auf dem Klavier, wo ich oft die Melodik finde. Mit meinem Computer konkretisiere ich dann den jeweiligen Einfluss, kreiere den Rhythmus- und Sounddesign. Im Wesentlichen intensiviere ich durch diese Regulatoren meine Gefühle oder den Sound, womit ich die Essenz der ersten Impression herausfiltern kann.

Wie beeinflusst dich Globalisierung als Künstlerin?

Für mich ist Globalisierung eine essentielle Komponente. Durch die medialen Plattformen werde ich global wahrgenommen und mir wird der Zugang geschaffen meine Musik in den verschiedensten Ländern zu präsentieren. Dazu erhalte ich ein wertvolles, vielschichtiges Feedback. Außerdem macht es die unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften greifbarer und ist wichtig im Bezug darauf, dass man aus seiner eigenen kleinen Welt ausbrechen kann. Die Tatsache, dass man global, nachhaltig Dinge teilen kann, ist für mich immer noch faszinierend.

Definiere Kunst für dich.

Kunst ist Leben. Es bedeutet alles für mich. Es ist eine Reflexion, eine Analyse und eine Erklärung für das, was passiert. Kunst ist für mich ein intensiver, kritischer Austausch mit unserer Umwelt. Ich führe diesen jeden Tag.

 

Interview: Annika Hatje
Bilder: PR

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