Interview: Russell Westbrook

 
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MOST FASHIONABLE PLAYER. Russell Westbrook ist über die NBA hinaus bekannt für drei Dinge: Regelmäßige Triple-Doubles, seine Dunks und die Pre-Game-Looks, mit denen er ins Stadion kommt. Numéro sprach mit dem Mode-Fan aus Oklahoma City, der einer der besten Basketballer des Planeten ist.

Geht es um Triple-Doubles, ist er besser als LeBron James und Michael Jordan. Bald wird er in der Rangliste der zweistelligen Punkt-, Rebound- und Assistwerte pro Spiel sogar Magic Johnson überholen. Russell Westbrook wurde 2008 von den Seattle Supersonics in die NBA geholt, in der selben Saison zog das Team nach Oklahoma City und benannte sich in Thunders um. Seitdem räumt Westbrook eine Einzelauszeichnung nach nächsten ab – bester Korbschütze, wertvollster Spieler – nur den Titel holen immer die anderen. Aber der Mann mit der Trikotnummer 0 gibt nicht auf. Er wäre auch ein schlechtes Vorbild: Mit seiner Why-Not?-Stiftung bringt er benachteiligten Kids nicht nur das Lesen näher, er vermittelt ihnen auch den Willen, durchzuhalten. Westbrook will alles richtig machen: Fragen zu Colin Kaepernick, dem wegen seines Protest gegen weiße Polizeigewalt in Ungnade gefallenen NFL-Quarterback, bleiben unbeantwortet. Stattdessen übt sich der 30-Jährige in Bescheidenheit. Sein größter Erfolg? Jeden Tag das machen zu können, was ihm am meisten Spaß macht. Die einzige Extravaganz, die sich Westbrook zu leisten scheint, ist seine Liebe zur Mode. Was er auf dem Weg ins Stadion trägt, wird inzwischen ebenso kommentiert wie seine herausragenden Leistungen auf dem Parkett.

Hi, Russell, wie geht es dir? Wie lief der Fotoshoot?

Danke – es geht mir gut. Und der Shoot lief auch gut. Das Styling war sehr cool.

Welcher Look hat dir am besten gefallen?

Die Balenciaga-Jacke mit dem sechs oder sieben Schichten. Das war genau mein Ding.

Bist du Balenciaga-Fan?

Ich mag alle Marken, nicht nur Balenciaga. Ich finde die super, aber ich schätze eben auch Abwechslung.

Du interessierst dich überhaupt sehr für Mode, hast dich vor zwei Jahren für eine gemeinsame Kollektion mit Barneys auch schon als Designer betätigt. Was gefällt dir daran?

Für mich ist das eine Art, mich auszudrücken. Gerade, wenn man die Möglichkeit hat, selbst zu designen und eigene Teile zu entwerfen. Vor allen Dingen muss man sich damit beschäftigen, um herauszufinden, was man mag. Obwohl sich das natürlich auch alle paar Jahre mal ändern kann.

Seit wann bist du Fashion-Fan?

Das Interesse war immer da. Aber natürlich haben sich durch meine Bekanntheit die Möglichkeiten verändert. Ich treffe viele interessante Leute aus der ganzen Welt und habe Zugang zu Dingen, die ich vorher nicht hatte. 

Wie lief der 12-jährige Russell herum?

Auf jeden Fall hatte ich viel Fubu an damals. Und natürlich auch jede Menge Nicht-Markenklamotten.

Du bist für deine Pre-Game-Looks bekannt. Nicht nur Modemagazine, auch Sportsendungen beschäftigen sich mit den Outfits, die du bei deiner Ankunft im Stadion trägst. Wie entscheidest du, was du da anziehst?

Das ist eigentlich ganz einfach. Nach meinem Mittagschlaf – die meisten Spiele sind ja am Abend – schaue ich einfach, wie das Wetter wird und wonach mir gerade ist. Wenn es ein Auswärtsspiel ist, muss ich natürlich im Voraus planen.

Nimmst du dann mehrere Outfits mit, um spontan aussuchen zu können? Wie viele Looks sind das im Schnitt?

Nein, ich entscheide mich vorher. Und die Anzahl der Outfits, die ich mitnehme, hängt davon ab, wie viele Auswärtsspiele es sind. Wenn es nur ein Spiel ist, habe ich nur eines dabei. Wenn wir drei Auswärtsspiele hintereinander haben, nehme ich eben drei Outfits mit. Ich versuche, mich zu beschränken.

Machst du das komplett alleine oder arbeitest du mit einem Stylisten?

Das mache ich alles selbst.

Hättest du gedacht, dass das einmal so viel Beachtung finden wird?

Ja, die Leute geben dem ganz schön viel Aufmerksamkeit. Ich mache das ja nicht erst seit gestern, aber in den letzten Jahren ist die Resonanz noch mal größer geworden. Die Fans beschäftigen sich damit.

Seit ein paar Jahren besuchst du regelmäßig Modenschauen – auch in Europa. Wo gefällt es dir am besten: in Mailand, Paris oder London?

Paris natürlich …

Warum?

Einfach, weil ich da am häufigsten bin und ich mich dort mittlerweile ganz gut auskenne. Ich weiß, welches Restaurant mir gefällt und welches nicht. Zum Beispiel gehe ich gern ins l’Avenue. Und natürlich war ich früher gerne bei Colette. Das war einer meiner Lieblingsläden. 

Wir haben eben schon über Balenciaga gesprochen. Auf welche Designer stehst du noch?

Das fällt mir wirklich schwer zu sagen. Ich habe keinen Favoriten und oft wechselt das auch – je nach Saison. Mir ist es einfach wichtig, dass mir die Sachen gefallen. Egal, wer der Designer oder die Marke ist.

Du bist 1,90 Meter – da passt und steht einem nicht unbedingt alles, oder? Wie sieht es zum Beispiel mit gecroppten Hosen aus?

Finde ich gut. Ich würde auch behaupten, dass ich die tragen kann. Es kommt nur darauf an, wie man sie kombiniert.

Wie viel deiner Garderobe ist maßgeschneidert?

Nicht mehr als zwei Prozent, schätze ich. Der Rest ist von der Stange. Ich habe vielleicht zwei, drei Anzüge, die maßgeschneidert sind.

Lass uns zum Schluss noch über deine Dienstuniform sprechen. Wie gefallen dir die Trikots und Shorts der neuen NBA-Saison?

Die sind schön leicht. Und die Farbauswahl ist gut getroffen. Insgesamt hat sich das Design über die Jahre wirklich sehr verbessert.

Wenn du etwas ändern könntest: Was wäre das?

Nichts – mir gefallen die Trikots so wie sie sind. 

Russell, vielen Dank für das Gespräch.

Danke dir!

 

Interview: Hans Bussert, Fotos: Robbie Augspurger, Styling: Sina Braetz, Haare: Takashi Yusa, Make-Up: Jenny Kanavaros, Stylingassistenz: Fabio Pace, Talent: Russell Westbrook at FYI Brand Communication

Dieser Beitrag erschien in der neunten Ausgabe der Numéro Homme Berlin #Helden.

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