Im Interview: Rejjie Snow

11.11.2019, Mode Musik
 
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Numéro: Hey Rejjie, schön, dass du dir Zeit genommen hast für ein Interview.

Unsere erste Frage wäre, was hat dich eigentlich nach Paris gebracht?

RS: Paris habe ich wegen der Liebe und für mich entdeckt.

Numéro: Was bedeutet die Stadt für dich? Was magst du an Paris und was magst du nicht an Paris?

RS: Paris bedeutet mir sehr viel. Die Stadt hat sehr viel Energie, die ich liebe. Was ich gerne an Paris mag ist der Geruch und die Attitüde der Stadt, was ich nicht mag sind Escargots.

Numéro: Seit wann bist du in der Straßenkunstszene? Und wie bist du in die Szene geraten?

RS: Ich selbst würde nicht behaupten, dass ich Streetart mache, weil ich die Junge, die das machen nicht verstehe. Es ist mir schlicht und ergreifend zu einfach…. Ich brauche Adrenalin und die Zerstörung, die man aus den nächtlichen Missionen ziehen kann. Ich mag die Reinheit der Graffiti Kunst. Angefangen hat es bei mir als ich klein war und seitdem bin ich dem Graffiti treu geblieben, denn es ist eine Sucht wie jede andere.

Numéro: Wo findest du deine tägliche Inspiration? Für deine Musik? Fürs Malen?

RS: Das Leben ist meine Inspiration! Inspiration findet sich in allem und überall. Besonders in Erfahrungen und Gefühlen. Für mich waren das jedoch Dinge, über die ich nicht reden wollte und die ich für mich behalten wollte. Besonders über meine Gefühle konnte ich  nicht sprechen. Doch ich habe erkannt, wie wichtig es ist darüber zu sprechen und es gefällt mir, weil es mir hilft.

Numéro: Was verbindet Mode, Kunst und Musik?

RS: Meiner Meinung nach sind es Jugendbewegungen und junge Strömungen. So haben zum Bespiel unterprivilegierte Kids aus New York in den 1970er Jahren eines der größten Kunstbewegungen ausgelöst. Youth Rules! Und ich folge dem Spirit der Jugend!

Numéro: Wie war die Zusammenarbeit mit C.P.Company?

RS: Es war einfach toll und super locker. Das Team war nicht nur super nett, sondern auch zuvorkommend. Sie haben mir ihren Showroom gezeigt, wo ich Paul Harvey, den Chefdesigner, angetroffen habe. Es war also insgesamt eine tolle Erfahrung.

Numéro: Was bedeutet C.P. Company für dich und was willst du mit deiner Kollektion ausdrücken?

RS: Ich wollte ein mögliches Bild der Zukunft anhand der Kollektion mir ausmalen. Alles scheint chaotisch heutzutage, jedoch kann es doch sein, dass das alles nur ein Fragment unsere Vorstellung ist und wir eigentlich alles haben, was wir brauchen! Zum Beispiel Liebe: Es ist etwas, was uns am Leben hält und was mit Geld nicht zu bezahlen ist.

Numéro: Was hälst du über die Idee von Weiblichkeit und Männlichkeit? Meinst du, dass die Konzepte Weiblichkeit und Männlichkeit mehr und mehr verschwimmen in Zukunft? Heißt Frauen tragen Männermode und Männer tragen Frauenmode.

RS: Ich hoffe, dass der Trend weiterhin in die Richtung geht, denn es ist verrückt, wenn wir darüber nachdenken, dass unser Gesellschaft von ein paar weißen Männer und weißen Frauen aufgebaut worden ist.

Numéro: Was ist dein Ziel für die Zukunft?

RS: Ich möchte mal eine Familie gründen und mein Unternehmen voranbringen, damit die Leute sich an mich erinnern.

Numéro: Die neue Numero Homme hat das Thema Film in seinen Mittelpunkt gesetzt. Welche sind deine 5 Lieblingsfilme?

RS: A bronx tale, Goodfellas, Scum, American psycho, Angela’s ashes. All diese Filme könnte ich nochmal schauen und deswegen liebe ich sie.

Numéro: Dein Lieblingsregisseur?

RS: Scorsese, weil ich das Gefühl habe, dass ich ihn kennen und er mein Großvater sein könnte.

Numéro: Was soll ein Film auf jeden Fall beinhalten?

RS: Meiner Meinung nach muss ein Film eine Message haben. Doch meine wahre Obsession liegt im Detail, sprich in Filmaufnahmen und in der Beleuchtung. Selbst wenn ein Film nicht durch seine schauspielerischen Leistungen überzeugt, kann ich ihn dennoch genießen, wenn diese zwei Faktoren überzeugend sind.

 

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