Im Interview: Studio Hagius

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Zwei Brüder mit einer gemeinsamen Vision: Timothy und Nicolas Hagius eröffnen das Studio Hagius, ein etwas anderes Fitnessstudio. Numéro Berlin war mit den Brüdern im Gespräch. 

Ich habe gelesen, dass ihr beide vorher in anderen Branchen tätig wart. Timothy, du warst vorher als Regisseur am Staatstheater Nürnberg, hast dort ein Stück inszeniert und Nicolas, du warst vorher als Model in Modebranche unterwegs. Wie kamt ihr nun auf die Idee, ein Fitnessstudio zu eröffnen?

T: Uns hat die Kreativbranche sehr inspiriert und wir sind froh, so viele Freunde und Erfahrungen aus dieser Zeit mit in unser Projekt einbeziehen zu können. Wir haben schon lange das Bedürfnis, unsere Leidenschaft für den Sport zusammenzuführen. Und jetzt entwickelt sich aus allem etwas, was wir uns schon länger vorgenommen haben.

N: Sport war schon immer ein wichtiger Teil unseres Lebens – in unserer Jugend leistungsmäßig, danach formorientiert, und seit einigen Jahren mit dem Fokus auf das Wohlbefinden. Gleichzeitig hat uns auch schon immer das Feinsinnige und Stimulierende am Sport interessiert. Einen Ort, der diese Ansätze auf hohem Niveau vereint, konnten wir aber bisher nicht finden. Deshalb schaffen wir jetzt diesen Ort.

Im Mittelpunkt eures Studios steht der Ausgleich von Spannung und Entspannung. Wie sieht das bei euch im Privatleben aus? Wo findet ihr eure persönliche Entspannung?

T: Es geht darum richtig zu trainieren und nicht gegen den Körper zu arbeiten. Wir orientieren uns hierbei an die circadianen Rhythmen – morgens aktivierend, abends beruhigend. Entspannung ist ein Wort, das oft mit einem Spa-Wochenende verbunden wird. Wir merken aber, dass dies den Körper nicht langfristig entspannt hält. Sich täglich zu richtigen Zeit zu entspannen ist für uns essenziell und gehört schon zur Routine. Das kann mit einer Meditation am Morgen anfangen und mit Movement Übungen am Abend enden.

N: Besonders in Phasen mit viel Anspannung hat man häufig keine Zeit für eine Auszeit. In so einer Phase sind wir auch gerade. Da sind kleine morgendliche und abendliche Routinen, die einem helfen die Balance zwischen Spannung und Entspannung zu finden, unglaublich wertvoll. Außerdem haben wir aktuell immer unsere Boxhandschuhe dabei. Wenn dann ein Meeting mal etwas kürzer ist als gedacht, dann gehen wir in den nächsten Park und trainieren ein bisschen.

Das Studio Hagius wird mit vielen verschiedenen Personen/Brands wie z.B. Dr. Barbara Sturm & Rootine Juices zusammenarbeiten. Wie wichtig ist für euch ein collaborative environment? Wie kam es zu der Auswahl dieser Partner?

T: Der Grundgedanke im HAGIUS ist es, ein zentraler Ort für Austausch und Kollaborationen zu sein. Gesundheit, Nachhaltigkeit und Wohlsein sind Thematiken, die überall diskutiert werden und weiter an Bedeutung gewinnen. Wir würden gerne Partner aus möglichst unterschiedlichsten Perspektiven auf höchstem Niveau mit uns vernetzen, um unsere Vision voranzutreiben.

N: Wenn wir ein Produkt feiern und es in unser Konzept passt, dann setzen wir alle Energie daran, die Menschen hinter den Produkten kennenzulernen. Und wenn wir dann die richtige Leidenschaft spüren, wissen wir, dass es passt.

Gab es einen spezifischen Grund, warum ihr euch entschieden habt das Studio zu gründen oder ist es aus einer Notwendigkeit entstanden, da euch in anderen Gyms etwas gefehlt hat?

N: Es gibt einige interessante Kursstudios in Deutschland, aber es fehlt dort aus unserer Sicht letztendlich an der Inspiration und dem Mut, etwas Neues zu wagen. Viel zu häufig werden Konzepte aus den USA und UK direkt übernommen. Das wollen wir ändern.

T: Es besteht noch so viel Potenzial in der Branche. Unser Ziel war es, etwas Einzigartiges und tief aus uns Wachsendes zu kreieren, das verschiedenste Welten vereint und tiefliegend die Wahrnehmung von Gesundheit und Bewegung verändert, indem wir auf unser Biorhythmus achten.

Inwiefern hat die Corona-Situation das Studio Hagius beeinflusst?

N: Corona hat uns natürlich die ein oder andere schlaflose Nacht beschert. Bauen und Gründen ist in so einer Zeit einfach nochmal ein wenig spannender als sonst. Aber wir haben das alles erstaunlich gut überstanden und das motiviert uns nochmal zusätzlich.

T: Das Studio war immer so konzipiert, dass wir möglichst nah am Kunden sind. Dies reduziert die Anzahl der Gäste bereits auf ein minimales und spielt uns nun in der aktuellen Situation sehr in die Karten, da wir bereits für alle Vorschriften vorbereitet sind.

Wie stellt ihr euch eure Zielgruppe vor? Woran „glauben“ die Studio Hagius-Gänger?

T: Uns ist es sehr wichtig eine inklusive Atmosphäre zu kreieren; wir waren noch nie Fans von exklusiven Membership Clubs. Unsere Vision ist es, eine organisch wachsende Community aufzubauen, die harmonisch funktioniert, weil Sport sie verbindet.

N: Unsere Zielgruppe ist heterogen, jeder Kunde hat verschiedene Bedürfnisse und Ziele. Deshalb sind wir auch nicht dogmatisch. Uns geht es darum Wege aufzuzeigen, die unseren Gästen helfen ihren Alltag zu verbessern. Wir sprechen also vor allem all diejenigen an, die individuelle und feinsinnige Betreuung suchen.

Bitte vervollständigt den Satz „Studio Hagius wird…“

T: Das Hagius wird ein Ort des Wohlseins, mit dem Ziel dich in allen Belangen weiterzubringen.

N: Das Hagius wird inspirieren.

 

Fotos: Erik Cesla, Styling: Ina Witzel, Grooming: Phillip Verheyen

Look 1:  Look PRADA

Look 2: Look PRADA

Look 3: Beide Looks JIL SANDER

Look 4: Linker Look GIVENCHY, rechter Look DRIES VAN NOTEN

Look 5: Linker Look: Knit GMBH, Jacke UNDER ARMOUR, Gürtel STYLIST’S OWN, Jeans EMPORIO ARMANI, rechter Look: Lederhemd PAUL SMITH, Tanktop SCHIESSER, Gürtel STYLIST’S OWN, Hose PHIPPS via MYTHERESA.COM

Look 6: Linker Look: Hoodie GMBH, Hose DIOR MEN, Gürtel STYLIST’S OWN, Schuhe PRADA (Talents Own), Rechter Look: T-Shirt UNDER ARMOUR, Jacke PARAJUMPERS, Hose Paul Smith, Schuhe DIOR MEN

Look 7: Anzug GIVENCHY, Tanktop SCHIESSER

Look 8: Beide Looks PRADA

Look 9: Linker Look:  Hemd HIEN LE, Blazer PAUL SMITH, Rechter Look: Hoodie PHIPPS via MYTHERESA.COM

FACETIME CALLS PT. 6: MARJAN & SAKUA

For the current issue of Numéro Berlin No. 8, dedicated to the theme The New Luxury, art photographer Alice Mann, in collaboratio …

Aspirations by Alice Mann

For the current issue of Numéro Berlin No. 8, dedicated to the theme The New Luxury, art photographer Alice Mann, in collaboratio …